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Free Mário!

Antifaschist aus Bratislava sitzt seit sechs Jahren in Haft

Im August 2004 erschien Mario Bango, ein 21jähriger Roma-Aktivist, vor Gericht zum Berufungsverfahren gegen seine Verurteilung zu 12 Jahren Gefängnis. Sein Verbrechen? Die rassistische slowakische Regierung und Justiz sprechen von versuchtem Mord. Die Wahrheit ist, dass Mario ins Gefängnis kam, weil er seinen Bruder und sich selbst gegen den Angriff eines bekannten Faschisten verteidigte. Das Ergebnis des Berufungsverfahrens – eine Verkürzung der Haftstrafe um 2 Jahre – ist nur ein schwacher Trost.

In diesem Monat – dem sechsten Jahrestag von Marios Inhaftierung – rufen wir erneut alle AktivistInnen, alle AntirassistInnen und alle ArbeiterInnen auf, für die bedingungslose Freilassung von Mario Bango zu kämpfen.

Im März 2001 wurden Mario und sein Bruder Edo (der schon mal nach einer faschistischen Attacke im Krankenhaus gelegen hatte) die Opfer eines rassistischen Angriffs in einem Bus in der Hauptstadt Bratislava. Mario hatte ein Messer zur Selbstverteidigung dabei, da Roma in der Slowakei häufig Opfer von Angriffen werden. Er benutzte es, um den Angreifer Branislav Slamka abzuwehren. Dieser bekannte Faschist starb einige Wochen später im Krankenhaus wegen einer Hirnblutung – einer Verletzung, die nach Meinung der Ärzte nicht mit den Verletzungen zusammenhing, die Mario dem Faschisten beibrachte.

Während des folgenden Verfahrens war Mario krassen Vorurteilen ausgesetzt. Die Medien ignorierten den rassistischen Angriff, der den Vorfall verursachte, die Anklage änderte den Vorwurf der „schweren Körperverletzung“ in „versuchten Mord“ und der Höhepunkt war eine Schweigeminute des slowakischen Parlaments für den Angreifer Slamka – ein Gedenkakt wie sonst nur zu außergewöhnlichen Anlässen, wie dem NATO-Angriff auf Jugoslawien. Das und die Tatsache, dass Slamkas Familie von Robert Fico vertreten wurde – einem rechten rechtspopulistischen Politiker, der nun Premierminister der Slowakei ist – wirft ein Licht auf die rassistische Agenda.

Fakt ist, dass Mario sich selbst verteidigte. Er hat den Angriff nicht ausgelöst, er war der erste, der die Polizei rief und er wartete, bis sie kam; er zeigte Bedauern über Slamkas Verletzungen und der psychologische Bericht zeigt, dass seine Handlungen spontan und eine Reaktion auf die Ereignisse waren. Hinzu kommt noch seine Bereitschaft, Slamkas Familie eine Entschädigung zu zahlen und sein leeres Vorstrafenregister, und damit handelte es sich offensichtlich nicht um eine vorsätzliche Tat. Trotz dieser Informationen wurde Mario 2003 vom Regionalgericht zu zwölf Jahren Gefängnis verurteilt.

Mario wurde in den Medien als Verbrecher dargestellt, der einen unschuldigen Jungen umbrachte, während die faschistischen Verbindungen Slamkas von den Zeitungen völlig übersehen wurden. Zeitungen, die auch sonst schnell dabei sind, Roma für alles verantwortlich zu machen, was in der Slowakei falsch läuft. Mario ist wie sein Bruder ein aktiver Kämpfer gegen diesen institutionellen Rassismus gegen die Roma. Jetzt sind wir dran, für ihn zu kämpfen.

Was können wir tun? Jede Aktion hilft! Macht Marios Fall bekannt und helft mit, internationale Unterstützung für diesen Fall gegen Rassismus und Faschismus aufzubauen! Schreibt an Zeitungen, in Internet-Foren, an die Slovakische Regierung, um eure Unterstützung für Mario auszudrücken. Je mehr Öffentlichkeit der Fall bekommt, desto mehr politischer Druck wird auf die Regierung gemacht, um Mario sofort freizulassen.

Mario kann Englisch lesen, also warum ihm keinen Brief schreiben um eure Unterstützung zu zeigen? Die effektivste Form der Unterstützung für Mario ist, Arbeiter- und antifaschistische Organisationen dazu zu bringen, Marios sofortige Freilassung zu fordern als Teil des Kampfes gegen Rassismus und Faschismus.

Mario hat bereits fast sechs Jahre im Gefängnis verbracht. Seine Jugend wurde ihm gestolen von einem rassistischen Staat, einem Staat der schamlos und aktiv faschistische Gewalt verteidigte. In unseren jeweiligen Städten und Ländern sehen wir wie die Polizei, der Staat, Faschisten vor denen beschützt, die ihre Gemeinschaften verteidigen. Wir können nicht darauf setzen, dass der Staat uns vor diesem Abschaum beschützt. Wir müssen es selber tun.

Sofortige Freilassung für Mario Bango!

Selbstverteidigung ist kein Verbrechen!

Stoppt die Unterdrückung der Roma!

//iREVOLUTION-Koordinierung, 10. März 2007 //Statement in voller Länge //REVOLUTION Nr. 23

Marios Addresse:
Mário Bango
PS41
019–17 ILAVA
Slovensko (Slowakei)

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